Ausschreibung – SPURENSUCHE 2024*

In meinem Geschichtsbuch kommt mein Ort nicht vor. Es steht dort nichts über unser Rathaus, die Straßennamen, die Betriebe und Geschäfte und ganz persönliche Schicksale der Menschen.

Welche Spuren der letzten Jahrhunderte gibt es in meiner Region zu entdecken? Wie sah es in meinem Dorf oder meiner Stadt einmal aus? Wie haben meine Eltern ihre Jugend in unserem Ort erlebt? Was hat die Menschen früher bewegt? Wer hat sich für meine Heimat engagiert? Welche Lebensumstände haben meine Großeltern geprägt? Wie war es hier zur Zeit des Nationalsozialismus? Wie erlebten die Menschen das Ende des 2.Weltkrieges? Was passierte hier vor, während und nach der DDR? Welche Stimmen sind bis heute ungehört oder gar ausgegrenzt?

Ihr wolltet schon immer einmal wie Nellie Bly Geheimnisse aufdecken und verborgene Geschichten aufspüren? Dann werdet Forscher*innen und begebt euch mit eurem Team auf SPURENSUCHE! Befragt Leute, die noch niemand befragt hat! Stellt Fragen, die noch niemand gestellt hat! Tragt Bruchstücke der Geschichte zusammen und sichert Fundstücke!

Spannende Geschichten gibt es überall. Ihr müsst sie nur entdecken!

Es ist wieder soweit! Das Jugendprogramm Spurensuche der Sächsischen Jugendstiftung fördert 2024 erneut bis zu 20 Projekte der Jugendgeschichtsarbeit! Mit dem Programm fördern und begleiten wir jedes Jahr Projektgruppen, die sich auf historische Forschungsreise begeben und die Geschichte ihres Ortes beleuchten. „Spurensuche“ ermöglicht euch Geschichte in eurem Ort aufzudecken und den Menschen fast Vergessenes in Erinnerung bringen! Im Laufe des Projektjahres trefft ihr andere Spurensucher*innen und zeigt am Ende eure entstandenen Ergebnisse auf den Jugendgeschichtstagen. Mit eurer Spurensuche könnt ihr die Erinnerung an historische Ereignisse lebendig halten.

Auch in diesem Förderjahr erhalten Geschichtsprojekte, die sich mit Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung beschäftigen, ein besonderes Angebot. Zusammen mit dem Projekt Peer Training Sachsen der Sächsischen Jugendstiftung kommen wir bei euch vorbei und führen einen Workshop zu Diskriminierung und Vorurteile durch.

Herabsetzende Praktiken und Strukturen haben eine lange Geschichte und sind auch in unserer Gegenwart hochaktuell. Stereotype, Vorurteile und Ausgrenzung begegnen uns dabei in unterschiedlichen Situationen – in der Schule, im Freundeskreis oder bei Familienfeiern. Aber wie kommt es dazu? Habe auch ich Vorurteile? Und was kann ich dagegen machen? Entlang dieser Fragen führen wir einen interaktiven Workshop durch. In diesem werden Übungen und Methoden angeboten, welche die eigenen Verhaltensweisen im Umgang mit anderen Menschen und Kulturen bewusstmachen, Vorurteile aufzeigen und diese hinterfragen.

Begleitend könnt ihr dazu in euren Projekten z. B. folgenden Fragen nachgehen: Wurden bestimmte Menschen(gruppen) in meinem Ort ausgegrenzt oder diskriminiert? Warum und wie wurden Menschen ausgegrenzt und was waren die Auswirkungen von Ausgrenzung? Anhand von Biografien und konkreten Ereignissen könnt ihr erfahren, was Diskriminierung und Ausgrenzung für einzelne Menschen, Familien und Gruppen bedeutet hat, aber auch, wie Menschen anderen geholfen oder Widerstand geleistet haben. Dabei führt Geschichte immer zurück in die Gegenwart: Welche Gruppen werden heute noch diskriminiert und wie wird dies heute gerechtfertigt? Gibt es auch heute noch Argumente und Meinungen, mit denen schon Unrechtsstaaten ihre Politik begründet haben?

Aus den 20 geförderten Geschichtsprojekten werden 5 Fokusprojekte gewählt, denen vor Ort vertiefende Angebote zur Verfügung gestellt werden.

 

TEILNEHMEN
können Jugendgruppen aus Sachsen, hauptsächlich im Alter von 12-18 Jahren.

 

PROJEKTTRÄGER
sind Träger der Jugendarbeit. In Ausnahmefällen können Vereine, Kirchgemeinden sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen ebenfalls Projektträger sein. Schulen sind nicht antragsberechtigt, aber z.B. ihre Fördervereine sofern es sich bei dem Vorhaben um ein außerschulisches Projekt handelt.

 

FÖRDERUNG *
Wir fördern euer Projekt mit einem Betrag von maximal 1.800,- €.
Damit können u.a. Recherchearbeiten, Exkursionen, Büromaterialien, Fotoentwicklung, Kauf von Bildrechten, Miete von technischen Geräten, Honorare, Übernachtungs- und Fahrtkosten, Verpflegung und die Dokumentation der Ergebnisse in Form von Broschüren, Filmen, Fotobänden, Ausstellungen usw. finanziert werden. Ausstattungsgegenstände (z.B. Drucker, Scanner, Kamera, Laptop) mit einem Wert von über 400 Euro können in Ausnahmefällen mit entsprechender Begründung finanziert werden.

 

PROJEKTZEITRAUM UND TERMINE
Euer Projekt startet am 1. April und endet am 30. November 2024.

Im Verlauf des „Spurensuche“-Jahres gibt es verbindliche Treffen und Veranstaltungen, die ihr euch vormerken solltet. Diese sind:

  • eine digitale Auftaktveranstaltung am 24. April für alle Projektleitenden
  • die Kick-off Veranstaltung am 8. & 9. Juni in Chemnitz für alle Spurensuche-Teams
  • die jährlichen Sächsischen Jugendgeschichtstage am 21. & 22. November im Sächsischen Landtag, bei denen alle Projektgruppen ihre Ergebnisse präsentieren

Eine Teilnahme an den Terminen ist erforderlich.

 

WAS MÜSST IHR TUN?
Das Antragsformular herunterladen. Wenn ihr alles vollständig ausgefüllt habt:

  • sendet ihr den Antrag per E-Mail an spurensuche@saechsische-jugendstiftung.de
  • druckt ihr den Antrag aus und lasst ihn vom jeweiligen Projektträger unterschreiben
  • schickt ihr den Antrag bis 29. Februar 2024 per Post mit rechtsverbindlicher Unterschrift an unsere Adresse.

 

Informationen zur Antragstellung*

Das Jugendprogramm richtet sich an Träger der Jugendarbeit. In Ausnahmefällen können Vereine, Kirchgemeinden sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen ebenfalls Projektträger sein. Fördervereine der Schulen sind antragsberechtigt, wenn es sich bei dem Vorhaben um ein außerschulisches Projekt handelt.

Bei der Planung des Projektes solltet ihr bedenken, dass der Projektzeitraum verbindlich festgelegt ist. Das heißt, die Fördermittel können nur in diesem Zeitraum zur Deckung von Kosten für das Projekt eingesetzt werden. Vor allem am Ende des Projektes kalkuliert deshalb bitte genügend Zeit ein, beispielsweise für das Erstellen und Drucken der Ergebnisdokumentation. Die Ergebnisdokumentation sollte ein Produkt darstellen, das im Umfeld bzw. in der Region des Projektes eine Verwendung finden kann.

Für die Umsetzung des Projektes sollten mindestens 5-8 Jugendliche gefunden werden. Bei dem Thema „Jugendgeschichtsarbeit“ sind Teamarbeit, Kontaktfreudigkeit, Gesprächsbereitschaft, Neugier und Ausdauer gefragt. Weiterhin ist es die Aufgabe der Projektleitenden Grundvoraussetzungen für die Projektumsetzung zu schaffen und den Projektprozess beteiligungsorientiert auszurichten.

 

Bei Fragen zum Antrag oder zur Projektumsetzung beraten wir gern!

Kontaktstelle für Jugendgeschichtsarbeit
Ansprechpartnerin: Susanne Kuban
0351/323719014
spurensuche@saechsische-jugendstiftung.de

 

*Da es noch keine schriftliche Zusage der Fördermittel für das Programm Spurensuche gibt, erfolgt die Antragstellung unter Vorbehalt.