Im Unterricht die Welt verändern
Das Wichtigste zuerst: Lernen durch Engagement ist Unterricht und findet nicht zusätzlich zum Unterricht statt!
Es handelt sich um eine lebensweltnahe, erfahrungsbasierte Lehr- und Lernform, die curriculare Inhalte mit gesellschaftlichem Engagement von Schülerinnen und Schülern verbindet. LdE ist geeignet für alle Schulformen, Altersstufen und Unterrichtsfächer.
Das Engagement der Schülerinnen und Schüler findet nicht losgelöst vom Unterricht statt, sondern wird eng mit den Lehrplaninhalten verknüpft und im Unterricht vor- und nachbereitet sowie reflektiert. Das Engagement kann im sozialen, ökologischen, politischen, kulturellen oder digitalen Bereich erfolgen und in der Praxis sehr unterschiedlich ausgestaltet werden.
Lernen durch Engagement trägt nachweislich positiv zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern bei und erweitert den fachdidaktischen Wirkungsrahmen von Lehrkräften. LdE beeinflusst spürbar das Gemeinschaftsgefühl im schulischen Umfeld und stärkt die Entwicklung demokratischer Handlungskompetenzen. Diese Effekte stellen sich aber nicht automatisch ein. Voraussetzung ist eine hohe Qualität in der pädagogischen Umsetzung. Das zeigen Praxis und Forschung gleichermaßen. Voraussetzung für einen gelingenden Prozess sind daher die LdE-Qualitätsstandards.
Qualitätsstandards
Die sechs Qualitätsstandards wurden auf der Basis von wissenschaftlichen und pädagogischen Erkenntnissen zu Service-Learning und Demokratiebildung entwickelt. Diese Forschung belegt, dass die konsequente Anwendung dieser zentralen Kriterien maßgeblich mit den positiven Wirkungen zusammenhängt, die Lernen durch Engagement auf die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler hat (vgl. Root & Billig, 2008).
Hier geht es zum Download der Qualitätsstandards
Realer Bedarf
LdE-Unterricht behandelt keine fiktiven Probleme, sondern reagiert auf reale Bedarfe. Schülerinnen und Schüler übernehmen Aufgaben, die von allen Beteiligten als sinnvoll wahrgenommen werden, weil sie außerhalb der Schule echte Problemlagen aufgreifen und ggf. beheben.
CURRICULARE ANBINDUNG
Das Engagement ist Teil des Unterrichts und wird mit Lerninhalten, Kompetenzen und Werten aus den sächsischen Lehrplänen verknüpft. Es findet eine strukturelle und inhaltliche Einbettung von Lernen durch Engagement in die Schule statt.
Reflexion
Zentrale pädagogische Aufgabe von LdE ist es, Schülerinnen und Schüler zur aktiven Verarbeitung ihrer Erfahrungen anzuregen. Reflexion ermöglicht eine authentische Auseinandersetzung mit fachlichen Themen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Hier geht es zum Reflexionsblock:
Partizipation
Die Schülerinnen und Schüler sind aktiv an Planung, Vorbereitung und Ausgestaltung ihres LdE-Projekts beteiligt. Sie sollen echte Teilhabe erfahren und Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen, und zwar in allen Phasen des Projekts – von der Planung und Durchführung bis zum Abschluss.
Engagement außerhalb der Schule
Bei LdE geht es immer um die Öffnung von Schule nach außen, um das Entdecken anderer Lernorte und Lebensweisen. Im Kontakt mit Engagementpartnern setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit authentischen Situationen und Bedürfnissen auseinander. Das bietet wertvolle Lerngelegenheiten und baut gesellschaftliche Brücken.
Anerkennung und Abschluss
Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden bei einem anerkennenden Abschluss gewürdigt. Gegenseitiger Dank ist Teil einer umfassenden Anerkennungskultur, die qualitätsvolles Lernen durch Engagement auszeichnet. Sie umschließt die Beiträge aller Beteiligten (u.a. Lehrkräfte, Partner) und mündet am Ende eines LdE-Projekts in eine gemeinsame Auswertung und einen wertschätzenden Abschluss.
Hier geht es zum Zertifikat:
Praxisbeispiel 01 – Die Streuobstwiese
Eine Patenschaft erblüht und trägt Früchte
Schülerinnen und Schüler eines Förderschulzentrums in Nordwestsachsen setzen sich in den Fächern Berufsorientierung, Sachkundeunterricht und WTH mit den Themen Beobachtungen und Begegnungen in der belebten Natur, gesunde Ernährung sowie Zubereitung von Speisen auseinander
und
übernehmen als Paten die Pflege einer örtlichen Streuobstwiese. Sie pflegen die Wiese, bauen und installieren Nistkästen, beschneiden Obstbäume und ernten die Früchte. Aus diesen stellen sie Toppings her, die sie anlassbezogen präsentieren und anbieten. Kooperationspartner der Schule war der lokale Landschaftspflegeverband.
Stiftung Lernen durch Engagement
Die Stiftung Lernen durch Engagement setzt sich für die Entwicklung, Verbreitung und Verankerung von Lernen durch Engagement ein – mit dem Ziel, eine Lernkultur anzustoßen, die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, eine zukunftsfähige und demokratische Gesellschaft zu gestalten.
Praxisbeispiel 02 – Meinungsstark
Junge Positionen sichtbar machen
Kinder einer Jahrgangsstufe einer Gemeinschaftsschule in Leipzig sprechen im Sachkundeunterricht im Rahmen einer Themenwoche zu Gerechtigkeit, Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Aussagen wie „Es gibt kein Normal!“ oder „Alle sind gut so, wie sie sind!“ kamen von den Kindern selbst. Verunsicherung und Unmut über Wahlergebnisse in Sachsen schärften einen Wunsch nach Orientierung
und
die Kinder organisieren eine kindgerechte Demonstration für Vielfalt und Miteinander. Mit diesem Vorhaben zeigten die Kinder anwaltschaftliches Engagement.
Bild: KI-generiert mit Freepik AI
Förderer
Das Programm „KLE“ wird aus Steuermitteln des Freistaates Sachsen auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts mitfinanziert.
Materialpool
Hier geht es zum Downloadbereich mit Vorlagen und Formularen für Schulen, Vereine und weitere Partnerinnen von Lernen durch Engagement.
Praxisbeispiel 03 – Lernen durch Vermittlung
Leichter erklärt
Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 an einem Dresdner Gymnasium beschäftigen sich im Gemeinschaftskundeunterricht mit Partizipation und der politischen Ordnung in der Bundesrepublik Deutschland
und
entwickeln Lernmaterialien wie Spiele und Übungen in leichter Sprache zum Thema „Demokratie“ für eine Förderschule in der Nachbarschaft.
Praxisbeispiel 04 – Die Kreide
Reaktionen für bunten Asphalt
Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse einer Oberschule im ländlichen Raum beschäftigen sich im Fach Chemie mit chemischen Reaktionen und ihrem Nutzen in der Lebenswelt
und
stellen Straßenmalkreide her, die sie Kindergärten der Region zur Verfügung stellen.
Lernen durch Engagement in der Grundschule
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