Spurensuche
17
Nov

Interview mit der Spurensuche-Jury

Interview mit
Diego Eilenberger

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Einerseits mein großes Interesse an Geschichte, insbesondere an der Lokalgeschichte, sowie die Entwicklung eurer Projekte zu sehen, welche auf jeden Fall einen individuellen Charakter haben. Das bedeutet, dass ich eure Projekte mit ganzer Begeisterung verfolge, denn jede Geschichte ist einzigartig und indem ihr sie erforscht, zeigt ihr, dass das Geschichtsklischee des alten Geschichtsprofessor nur eine Illusion ist. Daher schreibt ihr Geschichte. Das habe ich persönlich gemerkt, wenn ich auf meine eigene Zeit bei Spurensuche zurückschaue und auf die Geschichte, die wir erforscht hatten.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

Mit Spurensuche verbinde ich ein großes Wissen, was man dadurch dazugewinnt, aber auch das Erlebnis mit Freund*innen etwas gemeinsam zu erleben, sowie zu erforschen. Die gemeinsame Zeit und die Ausflüge vergisst man nicht so schnell. Die Erfahrungen prägen einen für das Leben, beispielsweise für mich besonders nach einem Zeitzeug*innengespräch.

Welche historische Person würdest du auf einen gemütlichen Abend einladen und was würdest du sie*ihn fragen?

Ich würde gern Willi Brand und Helmut Schmidt einladen, um sie über Erlebnisse in ihrer Jugend zu befragen, da beide zur Zeit des NS Regimes lebten. Mich würde auch interessieren, wie sie die Zeit danach in der BRD prägten und was sie heute von dem Erreichten durch ihre Arbeit als Bundeskanzler halten würden.

Interview mit
Bianca Wiege

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Ich durfte schon aus unterschiedlichen Perspektiven Spurensuche erleben. Mehrmals als Teilnehmerin von Projekten und letztes Jahr als Moderatorin der Jugendgeschichtstage. Als die Chance sich eröffnete, als Jurymitglied einen neuen Einblick auf die Kinder und Jugendlichen mit ihren Projekten zu erlangen, weckt es meine Neugier auf die neuen spannenden Erfahrungen.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

Mit Spurensuche verbinde ich, die Geschichten seiner Heimatstadt auf eine neue Art und Weise kennenzulernen, aufzuarbeiten und weiterzuentwickeln. Doch das eigentliche besondere und schöne an Spurensuche sind die Menschen. Die Kinder und Jugendlichen die jedes Jahr Projekte aus unterschiedlichen Zeitaltern auf die Beine stellen. Die Menschen, mit denen man während des Projektes in Kontakt kommt und den anschließenden Austausch auf den Jugendgeschichtstagen machen die Zeit wertvoll.   

Bei welchem geschichtlichen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen und warum?

Die Frage kann ich nicht auf ein Ereignis beschränken. Ich wäre gerne bei vielen kleinen Entdeckungen in der Wissenschaft dabei gewesen, denn man sieht heute nur das Endergebnis von bekannten Wissenschaftlern zum Beispiel:  Marie Curie, Albert Einstein, Newton usw.  Ich hätte gerne die Gedankenprozesse gesehen, die teilweise Zusammenarbeit untereinander und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Interview mit
Sven Riesel

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Auf eine Empfehlung hin fragte mich Susanne, ob ich in der Jury mitwirken möchte. Für mich war sofort klar, dass ich dabei bin. In meinem Job habe ich mit sehr vielen Geschichtsprojekten zu tun, die von erwachsenen Menschen ausgedacht und durchgeführt werden. Mit ihrer lokalhistorischen Jugendgeschichtsarbeit stellt für mich als Historiker und erinnerungskultureller Arbeiter die Spurensuche nicht nur persönlich eine tolle Abwechslung dar. Ich möchte mit meinen beruflichen Erfahrungen das im Freistaat einmalige Spurensuche-Programm als Jurymitglied unterstützen.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

Mit der Spurensuche verbinde ich vor allem die Jugendgeschichtstage im Sächsischen Landtag mitsamt ihrer Hülle und Fülle an Projektvorstellungen. 2011 besuchte ich die Jugendgeschichtstage zum ersten Mal, nachdem mich ein junger Projektteilnehmer dazu eingeladen hatte. Ich konnte seitdem so viele interessante Projekte, Themen und Vermittlungsansätze kennenlernen, von denen ich vorher nicht oder nur am Rande gehört hatte. In meiner Gedenkstättenarbeit stelle ich mir oft die Frage, wie man die Vergangenheit, historische Kontexte, Geschichte erzählen, erklären, vermitteln kann – vor allem gegenüber einem jungen Publikum. In ihren Spurensuche-Projekten geben die Jugendlichen selbst Antworten darauf.

Bei welchem geschichtlichen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen und warum?

Ich glaube, ich wäre gern bei vielen Ereignissen dabei gewesen, allein für den Versuch, diese in ihren für die Menschheit und unseren Planeten verheerenden Auswirkungen zu verhindern. Doch das ist weder mir noch anderen möglich. Zeitreisen zurück gibt es nicht, dafür ein Wirken nach vorn. Denn uns allen ist es möglich, die Geschichte, die wir in jedem Augenblick unserer Gegenwart schreiben, zu einer besseren zu machen.

Interview mit
Manuela Rummel

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Die ersten Berührungspunkte mit der Spurensuche hatte ich im Jahr 2016, als ich zu den Jugendgeschichtstagen eingeladen wurde, um einen Workshop zu leiten. Zu sehen, mit welchem Eifer und mit welcher Freude die Kinder und Jugendlichen ihre Ergebnispräsentation vorbereiten, hat mich vom Konzept der Spurensuche auf der Stelle überzeugt. Als mich Susanne dann 2017 fragte, ob ich selbst in der Jury mitwirken möchte, habe ich sofort zugesagt.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

In meiner Funktion in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau beschäftige ich mich in meinem Arbeitsalltag mit Biografien von Betroffenen repressiver (DDR) Heimerziehung und damit mit einer Geschichte, in der Kinder und Jugendliche keine Möglichkeit hatten, sich frei zu entfalten und in Umerziehungseinrichtungen einen Alltag erleben mussten, der geprägt war von Zwang, Kontrolle und Gewalt.

Umso wichtiger ist es mir, in der Bildungsarbeit nicht nur Werte wie Freiheit und Demokratie inhaltlich zu vermitteln, sondern vor allem auch im Umgang miteinander. Das Projekt fordert junge Menschen auf, sich selbstbestimmt mit historischen Themen in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen. Dabei sollen die Ideen und Gedanken der Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Spurensuche schafft den Rahmen dafür, die Überlegungen der Jugendlichen zu fördern und zu unterstützen. Die Kinder und Jugendlichen und ihre Projekte als Jurymitglied zu begleiten und zu sehen, wie sich diese entwickeln, erfreut mich jedes Jahr aufs Neue mit großer Freude.

Bei welchem geschichtlichen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen und warum?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Mein Blick in die Vergangenheit ist eher ein fragender, der sich dann wieder mit Neugier und Hoffnung in die Zukunft richtet.

Von daher ist jede Beschäftigung mit der Vergangenheit immer eine kleine Zeitreise, die zumeist erkennen lässt, welche gesellschaftspolitischen Veränderungen stattgefunden haben, aber auch deutlich macht, welche – oftmals auch missliebigen – Kontinuitäten zuweilen noch bestehen. Das gilt insbesondere auch für all jene Erziehungsmethoden, die unter den Oberbegriff „Schwarze Pädagogik“ fallen und zum Teil nach wie vor Anwendung finden.

Kurzum: Die Vergangenheit können wir nicht ändern, aber versuchen, die Zukunft besser zu gestalten. Deshalb ist mir gerade die Bildungs- und Vermittlungsarbeit so wichtig. Und wenn sich dann junge Menschen voller Neugier und Tatendrang aufmachen, um historische Ereignisse und Zusammenhänge erforschen, dann gilt es diese Vorhaben besonders zu unterstützen.

Interview mit
Norbert Hanisch

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Ich bin grundsätzlich ein politisch und geschichtlich interessierter Mensch. Die Geschichte der DDR und vor allem auch die gesellschaftliche Diskussion darüber haben mich nicht zuletzt während meines Studiums besonders beschäftigt. Von diesem Interesse ausgehend war es für mich ein kurzer Weg in die Jury, als Susanne mich fragte, ob ich denn nicht ein Teil ebendieser sein möchte.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

In den „großen Linien“ ist die Geschichte der DDR meines Erachtens schon oft erzählt worden – zu entdecken und zu erforschen, wo sie unmittelbar & sprichwörtlich vor der eigenen Haustür stattgefunden hat, lohnt sich daher umso mehr. Zu erleben, wie die jungen Menschen „ihre“ Geschichten von der DDR im wahrsten Sinne des Wortes für sich selbst und andere begreifbar machen, ist jedes Jahr auf’s Neue großartig zu sehen. Zugleich schätze ich auch die Arbeit in der Jury sehr –  z.B. wenn wir uns die Köpfe heißreden, weshalb wir denn welches Projekt gut finden. Spätestens zu den Jugendgeschichtstagen vor der Preisverleihung sind das ganz intensive Diskussionen.

Auf welche Spurensuche wärst du selber gerne in deiner Heimat mal gegangen?

Meine Großeltern haben bis 1998 über 30 Jahre eine Dorfbäckerei geführt und haben damit den politischen und gesellschaftlichen Wandel wie so viele ganz unmittelbar mitbekommen. Nicht nur auf Familienfeiern war es danach immer wieder mal Thema, dass die „Semmeln für 10 Pfennig“ heute weder noch zu bekommen seien und bestimmt auch nicht mehr so gut schmecken würden. Was früher nicht alles besser gewesen sei… Sich mal auf die Suche nach Spuren zu machen, wie so ein Arbeitstag in der Bäckerei zu DDR-Zeiten aussah oder wie das mit der Versorgung und Anlieferung der Zutaten lief, das wäre schon mal reizvoll.

Interview mit
Robinson Dörfel

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Mit Beginn meiner Tätigkeit als Fachreferent für Jugendarbeit bei der Sächsischen Jugendstiftung bin ich auch direkt in Kontakt mit dem Programm Spurensuche gekommen. Nachdem ich einen Einblick in die verschiedene Veranstaltung des Programms erhalten habe und auch noch eine Jury-Klausur moderieren durften, war es um mich geschehen.    

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

Von Anfang an hat mich das Zusammenspiel von (er-)forschen und neu betrachten fasziniert. Die Perspektive junger Menschen auf historische Ereignisse sind für mich wichtiger Bestandteil einer lebendigen und reflexiven Erinnerungskultur.

Auf welche Spurensuche wärst du selber gerne in deiner Heimat mal gegangen?

Aufgewachsen bin ich im Erzgebirge und daher ist der Bergbau mit all seinen geographischen, historischen und kulturellen Facetten seit jeher für mich interessant. Besonders über die Phase des Bergbaues im Zeitalter des Sozialismus hätte ich gerne mehr erfahren.

Interview mit
Simone Stüber

Was hat Dich dazu bewegt, bei Spurensuche in der Jury dabei zu sein?

Ich wurde von Andrea Büttner angefragt in der Jury mitzuwirken. Ich habe mich über diese Anfrage sehr gefreut und habe gleich zugesagt. Ich bin ein geschichtsinteressierter Mensch und freue mich auf die Arbeit und auf die spannenden Ideen sich mit sächsischer Geschichte befassen.

Was verbindest du mit Spurensuche? Was macht Spurensuche für dich besonders?

Zum Einen, glaube ich daran, dass wir die Geschichte kennen und verstehen müssen, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten. Die Spurensuche ist eine wunderbare Gelegenheit für junge Menschen sich mit selbstgewählten Themen zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Zudem finde ich den lokalen Bezug der Spurensuche reizvoll. Das Besondere daran ist für mich, dass die Geschichte durch die Augen junger Menschen betrachtet werden. Ich freue mich sehr auf die Ergebnisse der einzelnen Projekte, auf die Schlussfolgerungen, die die jungen Menschen für sich ziehen und welche Erfahrungen sie machen bei der Geschichtsarbeit.

Welche historische Person würdest du auf einen gemütlichen Abend einladen und was würdest du sie*ihn fragen?

Ich würde gerne viele Abende mit vielen verschiedene Menschen verbringen. Zum Einen wären das die Geschwister Scholl, die im Widerstand in der Nazi – Zeit aktiv waren. Ich würde sie fragen, wie sie den Mut gefunden haben für ihre Aktivitäten, woher sie immer wieder Kraft geschöpft haben und was ihr Antrieb war. Aber auch für die Kaiserin Elisabeth von Österreich – Ungarn hätte ich einige Fragen. Es würde mich interessieren, wie sie ihre politische Arbeit und wie sie die Geschlechterrollen wahrgenommen hat. Besonders interessieren mich Menschen, die „gegen den Strom“ geschwommen sind und für ihre Ideen und Gedanke gekämpft haben.