Vom Ausschluss zur Inklusion – Ein Projekt verändert Leben in der Mongolei
Die Situation damals: Versteckte Kinder, verzweifelte Eltern
In der Mongolei war es früher so: Wenn ein Kind eine Behinderung hatte, blieb es oft zu Hause. Nur 6 von 10 Kindern mit Behinderungen gingen überhaupt zur Schule. Bei schwer behinderten Kindern waren es sogar nur 4 von 10.
Die Eltern wussten nicht, wie sie helfen konnten. Es gab niemanden, der sie fragte, niemanden, der ihnen zeigte, was möglich ist. In der Gesellschaft wurde eine Behinderung oft als Strafe oder als persönliches Versagen angesehen, anstatt als eine Aufgabe, die die ganze Gesellschaft gemeinsam angehen sollte.
Unsere Antwort: Wir fangen an zu handeln
2018 haben wir ein Zentrum gegründet. Das erste in der Mongolei, welches Menschen ausbildet, wie man Kindern mit Behinderungen richtig hilft.
Wir bilden nicht nur Lehrer aus. Wir zeigen auch Eltern, was sie tun können. Wir unterstützen die Menschen, die täglich mit diesen Kindern arbeiten. Und wir bringen Menschen aus Deutschland und der Schweiz mit, um uns zu helfen und zu zeigen, wie es besser geht.
Unser Traum: Jedes Kind in der Mongolei bekommt die Hilfe, die es braucht. Egal wo es lebt. Punkt.
Was wir wirklich erreicht haben
- Über 6.000 Menschen geholfen: Manche direkt durch Kurse und Beratung. Manche indirekt, weil Lehrer und Eltern das Gelernte weitergaben.
- 80 bis 100 Schulungen: Für Lehrer, Erzieher, Eltern, Betreuer, alle zusammen.
- Überall in der Mongolei präsent: in Ulaanbaatar und in allen 21 Provinzen also flächendeckend.
- Neue Förderzentren entstanden: 12 neue Zentren wurden nach unserem Vorbild gegründet. 3 davon arbeiten genauso wie wir.
- Die Regierung arbeitet mit uns: Ministerien arbeiten mit uns zusammen: das Bildungsministerium und das Ministerium für Familie, Arbeit & Soziale Sicherheit erkennen unsere Methoden an.
Eine App, die wirklich hilft: VADEMECUM
Wir haben eine spezielle App ins Mongolische übersetzt. Damit können Eltern und Lehrer sehen, wie ihr Kind Fortschritte macht:
- Mit Fotos und kurzen Notizen dokumentieren sie alles
- Jeden Monat können sie sehen: Was kann mein Kind jetzt neu?
- Durch diese App erhalten Kinder eine individuelle Unterstützung, die auf Fakten basiert, anstatt nur auf Vermutungen.
Echte Geschichten, echte Veränderungen
Die Zwillinge Ganba und Ganzo: Sie konnten nicht krabbeln. Lagen nur auf dem Rücken. Heute? Sie spielen, sprechen, bewegen sich. Ihre Mutter hat sich dazu entschieden, sich selbst zur Sonderpädagogin auszubilden und arbeitet jetzt in unserem Team für Entwicklungsförderung.
Der Kindergarten in der Provinz Dornod: Die Betreuer dort hatten keine richtige Ausbildung. Wir haben sie ausgebildet. Intensiv mit praktischen Übungen und persönlicher Beratung. Heute können sie alles allein: Sie erkennen Probleme früh. Sie machen Förderpläne. Andere Kindergärten kommen zu ihnen und lernen.
Die Gesellschaft verändert sich
Fast 500 Menschen kamen 2025 zu unserem Sensibilisierungsevent „Gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft“. Eltern zeigten ihre Kinder nicht mehr aus Scham, sondern fordern Rechte und Unterstützung ein. Lokale Behörden unterstützen inklusive Projekte. Das Bewusstsein wächst: Behinderung ist nicht das Problem. Das Problem ist fehlende Unterstützung.
Auszeichnungen bestätigen unsere Arbeit
Unsere Experten/Trainerinnen gewannen mehrere Preise:
- I. Platz bei der ABILITY EXPO 2024 für innovative Ideen
- I. Platz für beste Präsentation über inklusive Bildung 2023
- I. Platz für die beste Forschungsarbeit mit unserer App
Was wir glauben
Jedes Kind hat das Recht auf Bildung und Teilhabe. Nicht weil es ein Kind mit Behinderung ist sondern weil es ein Kind ist. Das war vor 2018 in der Mongolei nicht selbstverständlich. Heute beginnt sich das zu ändern.
Und wir machen weiter.
Ein Beitrag von Integrationsgemeinschaft ausländischer Erwerbstätiger e.V.