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07
Mai

StartSafe Mongolei- Sicherer Start ins Leben: Wissen, Prävention und Begleitung für Familien

Hürden in der Gesundheitsversorgung für Neugeborene

In der Mongolei hat sich die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dennoch bestehen weiterhin große Herausforderungen, besonders in ländlichen Regionen. Das Land ist etwa 4,5-mal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur rund 3 Millionen Einwohner. Viele Menschen leben weit verstreut, teilweise nomadisch. Dadurch ist der Zugang zu medizinischer Versorgung und aktuellem Fachwissen nicht überall gleich gegeben.

Ein zentrales Problem ist die im Vergleich zu Deutschland deutlich höhere Kindersterblichkeit. Während in Deutschland etwa 3 von 1.000 Neugeborenen sterben, sind es in der Mongolei rund 12 bis 14 von 1.000. Dabei geht es nicht nur ums Überleben. Auch vermeidbare gesundheitliche Schäden spielen eine große Rolle. Oft werden Risiken zu spät erkannt oder es fehlt an aktuellem, praxisnahem Wissen in mongolischer Sprache.

Vorhaben: Wissenslücken schließen- Von der Fachliteratur bis zur Elternberatung

Hier setzt das Projekt „StartSafe Mongolei – Sicherer Start ins Leben“ an, mit den Zielen:

  • medizinisches Wissen zugänglich machen
  • Fachkräfte stärken und weiterbilden
  • Eltern unterstützen, damit neugeborene Kinder und Familien mit Kindern mit Behinderung von Anfang an besser versorgt werden

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Übersetzung eines aktuellen neonatologischen Fachbuchs mit Wissen zur Neugeborenenversorgung ins Mongolische. Dieses Wissen wird langfristig in die Ausbildung von medizinischen Fachkräften sowie in den Klinikalltag integriert. So wird sichergestellt, dass Fachkräfte nach aktuellen Standards arbeiten und eine frühe, sichere Diagnostik erfolgt. Darauf aufbauend werden gezielte Schulungen durchgeführt. Medizinische Fachkräfte werden in sogenannten Train-the-Trainer-Programmen weitergebildet, sodass sie ihr Wissen an andere weitergeben können. Zusätzlich werden pädagogische Fachkräfte als Multiplikatorinnen ausgebildet, um Kinder langfristig zu begleiten und zu fördern.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind Kurse für schwangere Frauen. Diese werden von mongolischen Ärztinnen durchgeführt und vermitteln Wissen zu Vorsorge, Geburt und frühkindlicher Entwicklung. Ziel ist es, Risiken früh zu erkennen und gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

Gleichzeitig richtet sich das Projekt auch an Eltern von Kindern mit Behinderung. Mit dem Angebot „Lass uns reden“ erhalten sie psychosoziale Unterstützung, praktische Anleitung und die Möglichkeit zum Austausch. Damit wird sichergestellt, dass Familien nicht allein gelassen werden, sondern konkrete Hilfe im Alltag erhalten.

StartSafe verfolgt damit ein klares Ziel: Ein sicherer Start ins Leben für jedes Kind durch Wissen, Prävention und nachhaltige Unterstützung.

Das Projekt baut auf langjährigen Erfahrungen vor Ort auf. In Zusammenarbeit mit dem mongolischen Partner Enereliin Tuuchee konnten bereits über 6.000 Menschen erreicht und Strukturen in allen 21 Provinzen aufgebaut werden. Diese bestehenden Netzwerke und Partnerschaften bilden die Grundlage für eine nachhaltige Umsetzung.

Integrationsgemeinschaft ausländischer Erwerbstätiger e.V.

Der IAE e.V. ist ein engagierter Verein, der sich seit 2013 für gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit, politische Bildung und interkulturellen Austausch einsetzt. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Bildung, Begegnung und Empowerment, verbunden mit einer starken internationalen Ausrichtung.

Ein Beitrag von Integrationsgemeinschaft ausländischer Erwerbstätiger e.V.

Foto: Narangarav Nyamsuren