genialsozial
17
Nov

Bildung, die Zukunft schafft: Frühkindliche Förderung in Uganda

Frühkindliche Förderung ist in Uganda ein entscheidender Schlüssel zu späterem schulischem Erfolg. Viele Kinder beginnen die Grundschule ohne grundlegende Vorerfahrungen: Sie haben noch nie einen Stift in der Hand gehalten, kennen Zahlen und Buchstaben nicht und verfügen kaum über die nötigen motorischen oder sozialen Fähigkeiten. Dies führt dazu, dass sie bereits in der ersten Klasse schnell Anschlussprobleme haben. Eine zuverlässig arbeitende Vorschule ist deshalb nicht nur eine Ergänzung, sondern eine grundlegende Voraussetzung, um die Bildungschancen dieser Kinder nachhaltig zu verbessern.

Unser Projekt verfolgt das Ziel, genau diese Lücke zu schließen. In Kayunga entsteht derzeit eine Vorschule für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren – ein geschützter Ort, an dem sie spielerisch, kindgerecht und kontinuierlich auf die Grundschule vorbereitet werden. Gleichzeitig öffnet die Einrichtung auch älteren Kindern den Zugang zu Bildung. Ein aktuelles Beispiel ist ein fast zehnjähriges Mädchen, das erstmals überhaupt eine Schule besucht. Solche Fälle sind keine Ausnahme: Viele Kinder in der Region hatten bisher nie die Möglichkeit, eine Bildungseinrichtung zu besuchen und beginnen deshalb erst spät. Die Vorschule ist darum bewusst offen konzipiert, damit auch sie die Grundlagen lernen können, die sie für einen erfolgreichen Bildungsweg benötigen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist ein Internat für rund 50 Jungen und Mädchen. Viele Kinder aus entlegenen Dörfern müssen lange Wege zur Schule zurücklegen, oft mehrere Kilometer zu Fuß. Für einige wird der tägliche Schulweg dadurch schlicht unmöglich. Das Internat soll diesen Kindern ein sicheres Zuhause während der Schulzeit bieten, damit sie regelmäßig und zuverlässig lernen können. Gleichzeitig schafft das Internat eine Perspektive für langfristige finanzielle Stabilität: Familien, die sich einen Internatsplatz leisten können, tragen mit ihren Beiträgen zur späteren Eigenfinanzierung der Schule bei. So entsteht Stück für Stück ein System, das weniger von Spenden abhängig ist und sich selbst tragen kann.

Der Bau der neuen Vorschule verläuft in mehreren Phasen. Dank der Unterstützung der Sächsischen Jugendstiftung und des Programms genialsozial konnten die ersten beiden Bauabschnitte bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Das Fundament wurde gesetzt und alle Wände der zukünftigen Vorschule stehen bereits. Damit ist der wichtigste strukturelle Teil der Basis geschaffen. Die Kinder, Lehrkräfte und Eltern können sehen, wie der Bau Tag für Tag sichtbarer wird – und wie aus einer Vision langsam ein echter Lernort entsteht.

Der nächste große Schritt ist die Fertigstellung des Daches, gefolgt vom Innenausbau. Dazu gehören Fenster, Türen, Böden, Elektrik und Sanitäranlagen. Anschließend sollen Möbel, Lernmaterialien und sichere Schlafplätze für das Internat eingerichtet werden. Parallel dazu planen wir bereits Fortbildungen für die Lehrkräfte, die zukünftig in der neuen Vorschule arbeiten werden. Ziel ist es, ein pädagogisch hochwertiges, liebevolles und nachhaltiges Lernumfeld zu schaffen, das den Kindern einen bestmöglichen Start ermöglicht.

Dieses Projekt bringt nicht nur ein Gebäude hervor, sondern eine Zukunftschance für zahlreiche Kinder in Kayunga und den umliegenden Dörfern. Durch die Kombination aus Vorschule, Internat und langfristiger Eigenfinanzierung entsteht ein Modell, das Bildung dauerhaft zugänglich macht. Die Fortschritte auf der Baustelle sind sichtbar – und sie stehen für etwas viel Größeres: für Hoffnung, Perspektiven und die Überzeugung, dass jedes Kind ein Recht auf frühe Förderung hat.

Ein Beitrag von Welt Fairbunden e.V.