Was bleibt von einem Menschen, wenn niemand mehr seinen Namen kennt? Das Projekt aus Falkenstein stellt genau diese Frage und gibt darauf eine klare Antwort: Erinnerung braucht Engagement. Jugendliche machen sich auf den Weg, um die Geschichten ehemaliger jüdischer Bewohner*innen ihrer Stadt zu erforschen und ihnen wieder einen Platz im kollektiven Gedächtnis zu geben.
Im Zentrum stehen persönliche Schicksale von Familien, die vor 1933 in Falkenstein lebten und während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Gleichzeitig rückt das Projekt den Falkensteiner Alfred Roßner in den Fokus, der als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde. Seine Geschichte steht exemplarisch für Mut und Zivilcourage in einer Zeit der Verfolgung.
Die Idee zum Projekt entstand aus bereits bestehenden Aktivitäten rund um Stolpersteine und Auseinandersetzungen mit der NS-Zeit. Viele Jugendliche waren bereits involviert und wollten mehr wissen: Wer waren diese Menschen? Wie sah ihr Leben aus? Und warum ist es wichtig, sich heute noch mit ihren Geschichten zu beschäftigen?
Die Jugendlichen arbeiten mit Archivmaterialien, führen Interviews und nutzen auch familiäre Überlieferungen. Daraus sollen Flyer und eine Broschüre zu den Falkensteiner Stolpersteinen, die Menschen, Orte und Schicksale vorstellen, entstehen. Ergänzend entstehen Podcasts und Videoclips. Für Alfred Roßner soll ein Gedenkort eingerichtet werden
Ein zentrales Ziel ist die öffentliche Präsentation der Ergebnisse, sowohl analog im Stadtraum als auch digital über verschiedene Medienformate.
Kooperationspartner sind das Stadtarchiv Falkenstein, die Stadtverwaltung sowie eine israelische Familie mit biografischem Bezug zur Stadt.
Träger: Begegnungszentrum Vitamin B, Stadt Falkenstein
Ort: Falkenstein