Welche Geschichten verbergen sich hinter den Namen auf Stolpersteinen und welche sind noch gar nicht erzählt? In diesem Projekt gehen Jugendliche aus Burgstädt individuellen Lebensgeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus nach und machen sie für die Gegenwart sichtbar.
Aufbauend auf einem Projekt aus dem Vorjahr wollen die Teilnehmenden weitere Biografien erforschen, rekonstruieren und neu aufbereiten. Dabei stehen konkrete Einzelschicksale im Mittelpunkt. Menschen aus der eigenen Stadt, deren Lebenswege durch Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt wurden.
Die Motivation der Jugendlichen ist dabei eng mit aktuellen Beobachtungen verbunden. Fragen nach Diskriminierung, Gruppenzwang und gesellschaftlicher Verantwortung stehen deshalb im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ziel ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch eigene Erfahrungen einzuordnen und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen. So entsteht ein direkter Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Umsetzung erfolgt über verschiedene Wege: Die Jugendlichen recherchieren in Archiven, arbeiten mit Literatur und digitalen Quellen und führen, wenn möglich, Gespräche mit Zeitzeug*innen. Die Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet und in geeignete Formate überführt, beispielsweise in eine Broschüre oder öffentliche Präsentationen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der öffentlichen Erinnerung: Geplant sind Aktionen rund um den 9. November, bei denen Stolpersteine gereinigt, Biografien vorgestellt und neue Erkenntnisse präsentiert werden.
Träger: Muldentaler Jugendhäuser e.V. / Bereich Streetwork Burgstädt, Taura
Ort: Burgstädt