Zwischenbericht
Unser Projekt im Rahmen von Spurensuche hat sich seit Beginn stetig weiterentwickelt. Am Anfang stand eine sehr umfangreiche Recherchephase, in der wir uns mit der Vergangenheit und Gegenwart unserer Region auseinandersetzten. Dabei erhielten wir wertvolle Unterstützung durch verschiedene lokale Einrichtungen. Besonders hervorzuheben sind das Stadtarchiv Brand-Erbisdorf, das Museum am Huthaus „Einigkeit“ sowie die Grundschule Brand-Erbisdorf und das Bernhard-von-Cotta-Gymnasium, die uns ihre Chroniken zur Verfügung stellten.
Durch diese vielfältigen Quellen bekamen wir einen sehr umfassenden Einblick in die Kindheit und Jugend vergangener Generationen. Aufgrund der Fülle des Materials entschieden wir uns, unser Thema klarer einzugrenzen. Ursprünglich wollten wir verschiedene Lebensbereiche wie Religion, Politik, Schule und Freizeit gleichermaßen betrachten. Doch die Menge an Informationen führte dazu, dass wir den Schwerpunkt für dieses Projektjahr auf das JugendErleben setzten – konkret auf die Aspekte “die Kindheit, die Freizeit, die Schule und die persönlichen Erinnerungen”.
Dadurch konnten wir den roten Faden unseres Projekts schärfen. Themen wie Religion und Politik sollen in einem späteren Projekt aufgegriffen und vertieft werden. Aktuell befinden wir uns in der Vorbereitungsphase für mehrere Veranstaltungen, die unser Projekt bereichern und abrunden sollen. Ein wichtiger Höhepunkt wird das Generationstreffen am 02.10.2025 in unserem Saal des JUFZ-Gebäudes sein. Dort möchten wir Jung und Alt miteinander ins Gespräch bringen. Neben inhaltlichen Diskussionen, einem Quiz und einem kleinen Spiel, planen wir auch ein kulinarisches Angebot: Es sollen Speisen serviert werden, die in verschiedenen Generationen typisch waren. Auch so können Erinnerungen geteilt und Vergleiche zwischen damals und heute sichtbar werden. Dabei unterstützen uns ältere Besucher und Besucherinnen. Nicht nur die Omas und Opas, sondern sogar vor allem einige Uromas haben ihre Kochbücher mitgebracht, so dass wir gemeinsam die kulinarische Zeitreise vorbereiten können.
Darüber hinaus stehen bereits im Vorfeld einige Zeitzeugengespräche mit Einwohnern der Stadt auf dem Programm. Wir kooperieren auch mit örtlichen und regionalen Pflegeheimen in Brand-Erbisdorf und Großhartmannsdorf. In diesem Rahmen planen wir zukünftig Zeitzeugengespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern zu führen, um wertvolle Erinnerungen und Erfahrungen in unser Projekt einfließen zu lassen. Da es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, dass sie am Generationentreffen teilnehmen können, werden wir sie zu Hause aufsuchen. Dazu haben wir bereits Kontakt aufgenommen und einen Fragenkatalog, den die Projektteilnehmer gemeinsam erarbeitet haben, übergeben. So können sich die Interviewpartner schon vorher auf das geplante Gespräch vorbereiten und uns von ihren Erfahrungen berichten. Wir versprechen uns von diesen Begegnungen nicht nur spannende Geschichten, sondern auch neue Denkanstöße für unser Projekt. Ergänzend dazu planen wir in den kommenden Wochen einen Ausflug ins Schulmuseum Chemnitz-Ebersdorf, um uns einen authentischen Eindruck vom Schulalltag vergangener Zeiten zu verschaffen. Mitglieder des Heimatvereines unserer Stadt haben sich bereit erklärt uns Anschauungsmaterial über ihre „alte Schule“ zur Verfügung zu stellen. Auch darauf sind wir schon sehr gespannt. Neben den bereits erwähnten Terminen möchten wir einen Workshop gestalten, in dem wir die bisher gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit anderen Jugendlichen aufarbeiten. Auch weitere Exkursionen sind denkbar, wenn sie unser Thema sinnvoll ergänzen. Im Zentrum der verbleibenden Arbeit steht jedoch eindeutig das Generationstreffen, das wir als Herzstück unseres Projekts verstehen. Eine große Überraschung war für uns, wie viele Informationen tatsächlich zusammengetragen werden konnten. Anfangs gingen wir davon aus, dass die Quellenlage eher schwierig sein würde. Stattdessen wurden wir mit einer Vielzahl von Dokumenten, Chroniken und Berichten konfrontiert, die es fast unmöglich machten, alles gleichzeitig zu bearbeiten. Hier war es notwendig, Prioritäten zu setzen und Inhalte gezielt auszuwählen. Diese Eingrenzung fiel uns zunächst schwer, stellte sich aber als sinnvoll und hilfreich heraus. Die größte Herausforderung bestand darin, mit der Fülle des Materials umzugehen.
Es war schwieriger als gedacht, aus der Vielzahl an Informationen die relevanten Aspekte herauszufiltern. Zudem mussten wir lernen, nicht alles gleichzeitig bearbeiten zu wollen. Dank externer Ratschläge, unter anderem von Susanne, entschieden wir uns für eine deutliche Eingrenzung. Diese Entscheidung erleichterte den weiteren Verlauf erheblich. Von den kommenden Zeitzeugengesprächen erwarten wir wertvolle Beiträge, die wir nicht nur verschriftlichen, sondern auch filmisch dokumentieren wollen. Unser Ziel ist es, ein kleines Video oder sogar einen Kurzfilm zu erstellen, der die Eindrücke, Erzählungen und Erkenntnisse zusammenführt. So soll ein bleibendes Ergebnis entstehen, das auch nach Projektende genutzt werden kann. Die Stimmung in der Gruppe ist insgesamt positiv, wenn auch schwankend. In den Ferien haben wir uns mindestens einmal wöchentlich mit den Materialien zu unserem Projekt auseinandergesetzt, was bei der Fülle sehr zeitaufwendig war. Jetzt haben wir die Aufgaben verteilt, sodass sich zwei Jugendliche um die Besuche bei den älteren Interviewpartnern kümmern. Die anderen bereiten das Generationentreffen inhaltlich vor. Bei der kulinarischen Vorbereitung unterstützen uns auch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter. Faktoren wie schulische Belastung oder äußere Umstände (sogar das Wetter) beeinflussen manchmal die Motivation. dennoch sind wir guter Dinge, dass wir alle geplanten Schritte erfolgreich umsetzen werden. Das Engagement im Team ist vorhanden und die Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen tragen zur Motivation bei. Wenn möglich treffen wir uns einmal wöchentlich um die organisatorischen Dinge zu besprechen und umzusetzen. Fazit: Unser Spurensuche-Projekt hat sich bisher sehr erfolgreich entwickelt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bei der Eingrenzung der Themen haben wir klare Schwerpunkte gefunden und sind auf einem guten Weg, ein inhaltlich starkes Ergebnis zu präsentieren. Mit dem Generationstreffen, den Zeitzeugengesprächen und weiteren Aktivitäten stehen uns noch spannende und wichtige Etappen bevor, die unser Projekt abrunden und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in Brand-Erbisdorf erlebbar machen.
Träger: KINDERLAND-Sachsen e.V
Ort: Brand-Erbisdorf