Spurensuche
02
Apr

THE GAZE – der koloniale Blick

Was hat ein Zoobesuch mit Kolonialismus zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nichts – doch genau das hinterfragt das Projekt „THE GAZE“. Jugendliche in Dresden werfen einen kritischen Blick auf die Geschichte des Dresdner Zoos und entdecken dabei Verbindungen zu kolonialen Machtstrukturen, Rassismus und sogenannten „Völkerschauen“.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen und Tiere aus kolonisierten Regionen früher dargestellt und inszeniert wurden – und welche Bilder und Denkmuster bis heute fortwirken. Die Jugendlichen setzen sich damit auseinander, wie Geschichte erzählt wird, wer sie erzählt und was dabei oft unsichtbar bleibt.

Die Idee entstand aus dem Wunsch, den eigenen Stadtraum neu zu betrachten und vermeintlich bekannte Orte kritisch zu hinterfragen. Gerade weil der Zoo bis heute ein beliebter und positiv besetzter Ort ist, lohnt sich ein genauerer Blick auf seine Geschichte.

Das Projekt greift aktuelle gesellschaftliche Debatten auf: Fragen nach Rassismus, Kolonialismus und Erinnerungskultur sind heute wichtiger denn je. Die Jugendlichen wollen in Archiven recherchieren, historische Bilder und Texte analysieren, Interviews führen und sich mit wissenschaftlichen Perspektiven auseinandersetzen. Auf dieser Grundlage entwickeln sie ein eigenes Magazin im Stil eines Modemagazins, das die Ergebnisse anschaulich und niedrigschwellig vermittelt.

Ergänzt wird das Projekt durch digitale Inhalte, die über QR-Codes im Stadtraum und soziale Medien zugänglich gemacht werden. So soll ein breites Publikum erreicht werden.

Kooperationspartner sind das Stadtmuseum Dresden, die Initiative Dresden Postkolonial sowie das Zooarchiv.

Träger: aha – anders handeln e.V.
Ort: Dresden