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09
Aug

Kunst & Geschichte: Dresden erleben!

Zwischenbericht

Der Zwischenbericht zum Projekt „Kunst und Geschichte: Dresden erleben!“, das vom Integra Plus e.V. getragen und von Inga Berenhardt betreut wird, gibt einen Überblick über die bisherigen Fortschritte. Das Projekt richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren mit Migrationshintergrund und läuft von Mai bis November 2025. Seit dem Projektbeginn im Mai wurden bereits zahlreiche Schritte erfolgreich umgesetzt. In der Einführungsphase wurden die Teilnehmenden mit dem Projekt vertraut gemacht und die thematischen Schwerpunkte abgestimmt. Erste Gespräche über die Stadt Dresden und ihre Geschichte regten die Jugendlichen dazu an, eigene Fragen und Interessen einzubringen. In der darauffolgenden historischen Forschungsphase begannen die Jugendlichen, sich intensiv mit der Geschichte Dresdens auseinanderzusetzen. Besonders positiv wirkte sich dabei der Wechsel vom reinen Vortragsformat hin zu kreativer, selbstständiger Arbeit aus. Dadurch konnten die Teilnehmenden eine tiefere Verbindung zur Stadtgeschichte aufbauen. Ein zentrales Thema bildeten die Brücken Dresdens und ihre historische Bedeutung. Die Jugendlichen lernten die Rolle der Elbe für die Entwicklung der Stadt kennen, erfuhren die Herkunft des Namens und untersuchten die Entstehung der ersten Brücken über den Fluss.

Besonders im Fokus stand die Augustusbrücke, die als Symbol des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs unter August dem Starken gilt und deren Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann die Stadt nachhaltig prägte. Ergänzend dazu beschäftigten sie sich mit den Panoramansichten von Bernardo Bellotto (Canaletto), insbesondere mit seinem berühmten Gemälde „Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke“. Dabei diskutierten sie, was Canalettos Werke so einzigartig macht und welchen Beitrag sie zum Bild Dresdens in der Kunstgeschichte leisten. Darüber hinaus wurden Brücken als Symbole thematisiert – als Ausdruck von Verbindung, Geschichte und Wandel. Auch die Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert wurde betrachtet, etwa durch die Entstehung neuer Bauwerke wie der Carolabrücke und Albertbrücke. Besonders beeindruckte die Loschwitzer Brücke, besser bekannt als das „Blaue Wunder“, die Jugendlichen, da sie bis heute als technisches Meisterwerk und Wahrzeichen der Stadt gilt. So zeigte sich die Elbe mit ihren Brücken als durchgängiges Symbol für Geschichte, Identität und Kontinuität Dresdens. Im Anschluss an die theoretischen und historischen Einheiten begann die kreative Phase des Projekts. Hier setzten die Jugendlichen ihre Eindrücke und neu gewonnenen Erkenntnisse zeichnerisch um. Diese Zeichnungen bilden nun die Grundlage für Memory-Spiele und Puzzles, die derzeit von der Gruppe gestaltet werden. Parallel dazu dokumentieren die Jugendlichen Gespräche mit älteren Vereinsmitgliedern und Zeitzeugen, um persönliche Erinnerungen und Perspektiven in das Projekt einzubeziehen. Zudem werden aktiv Partnerschaften mit lokalen Institutionen, insbesondere dem Domhaus und der Sächsischen Landesbibliothek, aufgebaut.

In den kommenden Wochen sind weitere Exkursionen zu historischen Orten geplant, um das Wissen der Jugendlichen zu vertiefen und neue kreative Impulse zu gewinnen. Anschließend sollen die gesammelten Materialien künstlerisch weiterverarbeitet werden. Als krönender Abschluss ist ein Präsentationsabend mit Ausstellung der Jugendarbeiten vorgesehen, bei dem die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Insgesamt verläuft das Projekt nach Plan. Die Jugendlichen zeigen ein hohes Maß an Engagement, Neugier und Begeisterung für die Thematik. Ihre aktive Teilnahme und die Verbindung von Geschichte, Kunst und persönlichem Erleben machen das Projekt zu einem lebendigen Beispiel für interkulturelles Lernen und kreative Geschichtsvermittlung. Dresden, 15. Oktober 2025

Träger: Integra Plus e.V.
Ort: Dresden