Wie eng ist die Herstellung des fast vergessenen Handwerks der Massefiguren mit der Geschichte Annaberg-Buchholzes und der erzgebirgisches Spielwaren- und Heimarbeitskultur verbunden? Und was passiert mit Wissen, das kaum noch jemand kennt? Genau hier setzt das Projekt „Vergessene Formen“ an: Jugendliche tauchen ein in die fast vergessene Kunst der Massefigurenherstellung – ein Handwerk, das einst eng mit der erzgebirgischen Volkskunst verbunden war.
Ausgangspunkt sind originale Gussformen aus Privatbesitz. Anhand dieser historischen Objekte erforschen die Jugendlichen nicht nur die Geschichte der Figuren, sondern probieren auch selbst aus, wie sie hergestellt wurden. So wird Geschichte buchstäblich greifbar: durch eigenes Tun, durch Ausprobieren und durch kreatives Weiterdenken.
Es geht um mehr als nur ein altes Handwerk. Es geht um Fragen, die auch heute relevant sind: Wie bewahren wir kulturelles Erbe? Wie können Traditionen an junge Generationen weitergegeben werden? Und wie lassen sich historische Techniken mit modernen Ideen verbinden?
Die Jugendlichen arbeiten forschend und praktisch zugleich. Sie besuchen Museen wie die „Manufaktur der Träume“ oder das Spielzeugmuseum Seiffen, sprechen mit Expert*innen und nutzen familiär überliefertes Wissen. Auf dieser Grundlage stellen sie selbst Figuren her, dokumentieren ihre Arbeit und entwickeln eigene kreative Ansätze.
Am Ende steht eine öffentliche Ausstellung, die nicht nur Ergebnisse zeigt, sondern auch den Prozess sichtbar macht: von der Recherche bis zum fertigen Objekt. So wird das alte Handwerk neu erzählt – und für viele Menschen wieder erlebbar.
Kooperationspartner sind unter anderem die „Manufaktur der Träume“, das Spielzeugmuseum Seiffen sowie Fachleute und Familien mit Bezug zur Massefigurenherstellung.
Träger: Jugend- und Kulturzentrum Alte Brauerei Annaberg e.V.
Ort: Annaberg-Buchholz