Zwischenbericht
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind wir auf eine umfangreiche Sammlung persönlicher Briefe aufmerksam gemacht worden, die im Zeitraum vom Mai 1938 bis Februar 1946 entstanden sind. In rund 2.600 Briefen haben sich damals Hilde Laube und ihr späterer Ehemann Roland NordhoY nicht nur immer wieder sehr eindringlich ihre Liebe gestanden, sondern auch über ihren jeweiligen Alltag berichtet. Während Hilde im heimischen Limbach-Oberfrohna blieb, wurde Roland während des Zweiten Weltkriegs u.a. in Bulgarien und Griechenland an der Front eingesetzt, bevor er in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten ist und 1946 schließlich wieder heimkehren konnte. Auf dieser Quellengrundlage haben wir uns bei Spurensuche beworben. In der Anfangsphase hat sich für uns als Projektbetreuende die Suche nach interessierten Jugendlichen als große Herausforderung erwiesen, so dass letztendlich nur zwei Jugendliche für die Teilnahme am Projekt gewonnen werden konnten.
Die Vorteile an dieser verhältnismäßig kleinen Gruppengröße sind die schnelle Entscheidungsfindung sowie ein recht hohes Maß an Verantwortungsbereitschaft. Eben jene Verantwortungsbereitschaft zeigt sich u.a. darin, dass eine der beiden Jugendlichen – unterstützt durch die Fachkenntnisse ihrer Schwester – aktuell eine Homepage erarbeitet, um einer breiten ÖYentlichkeit unsere Arbeitsergebnisse zugänglich zu machen. Hierbei war es der Schülerin besonders wichtig, auf Aspekte einer barrierearmen Gestaltung der Homepage zu achten, um Ausgrenzung entgegenzuwirken. Parallel zu besagter Homepage soll eine Wanderausstellung in Form von fünf Roll-Ups entstehen, um diese analoge Variante unserer Arbeitsergebnisse an öYentlichen Orten in und um Limbach-Oberfrohna – so beispielsweise im Eckpunkt oder im Esche-Museum – zeigen zu können.
Inhaltlich umfasst sowohl die Homepage als auch die Wanderausstellung einen Zeitstrahl, auf dem ausgewählte Ereignisse des Zweiten Weltkriegs konkreten Briefzitaten des Liebespaares gegenübergestellt werden. Als hilfreich erwies sich hierbei, dass das uns zur Verfügung stehende Quellenmaterial zum Teil bereits digitalisiert und mit Schlagwörtern versehen worden ist. Die damit verbundene Stichwortsuche hilft uns sehr dabei, geeignete Briefe und entsprechende Briefstellen zu finden, ohne erst sämtliche Briefe im Detail lesen zu müssen, was enorm viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Aktuell sind wir gerade dabei, die hierfür notwendigen Texte zu erarbeiten und geeignete Zitate aus den Briefen herauszusuchen. Bei der Gestaltung der Optik der Roll-Ups erhalten wir Unterstützung einer Bekannten meinerseits, die nach unseren Vorstellungen ein Grundmuster erstellt, in das die entsprechenden Texte dann eingefügt werden. Abschließend erfolgt dann der Druck der Roll-Ups, wofür wir bereits eine Leipziger Firma ausgewählt haben. Auch wenn die beiden Jugendlichen aufgrund privater wie auch schulischer Aufgaben und Termine in Anspruch genommen werden, so bewegt sich die Motivation innerhalb der Gruppe auf einem produktiven Level. Dies hängt zweifelsohne damit zusammen, dass wir die Aufgaben untereinander angemessen verteilt und uns auf konkrete Ziele geeinigt haben.
Träger: Soziale & Politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.
Ort: Limbach-Oberfrohna